Von Daten zu klinischen Maßnahmen: Neue Wege im Diabetes-Management auf dem ATTD 2026 USA - Deutsch USA - English USA - Français
BARCELONA, Spanien, 25. März 2026 /PRNewswire/ -- Auf dem ATTD 2026 wurde die KI als wichtiger Treiber für die Weiterentwicklung der Diabetesversorgung identifiziert. Mit der Etablierung der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) als Standard verlagert sich der Fokus von der Datenerfassung zur Datenauswertung und -nutzung.
In den Diskussionen wurde die CGM nicht als passives Überwachungsinstrument betrachtet, sondern ihre Rolle bei der Patientenaufklärung und der Verhaltensänderung betont. Der sich abzeichnende Konsens deutet darauf hin, dass der klinische Wert nicht nur in genauen Messwerten liegt, sondern auch darin, dass die Patiuentinnen und Patienten verstehen, wie ihr tägliches Handeln die Glukoseergebnisse beeinflusst.
Von Daten zu Maßnahmen: KI in GS3
Während des Symposiums stellte SIBIONICS sein GS3-System als Beispiel für die Integration von KI in das routinemäßige Diabetesmanagement vor. Das System beinhaltet eine KI-gestützte Sprachaufzeichnung, die es den Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, Mahlzeiten, Aktivitäten und Medikamente durch natürliche Sprache aufzuzeichnen, die dann automatisch in analysierbare Gesundheitsdaten strukturiert werden.
Darüber hinaus stellt die KI-gesteuerte Analyse der Mahlzeiten einen Zusammenhang zwischen der Nahrungsaufnahme und der anschließenden Glukosereaktion her, während die mehrtägige Mustererkennung wiederkehrende hyperglykämische Ereignisse und ihre potenziellen Auslöser hervorhebt. Diese Merkmale zielen darauf ab, Glukoseschwankungen zu kontextualisieren, anstatt isolierte Werte zu präsentieren.
Klinikerinnen und Kliniker sowie Diabetesberaterinnen und -berater stellten auf der Tagung fest, dass eine Vereinfachung der Dateneingabe und -interpretation die Belastung der Patientinnen und Patienten verringern und die Therapietreue verbessern kann. Indem sie Glukosedaten in verständliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge übersetzen, können solche Hilfsmittel ein effektiveres Selbstmanagement unterstützen und die Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten erleichtern.
CKM und multimodale Überwachung
Auch die Anwendung der kontinuierlichen Ketonmessung (CKM) wurde diskutiert, insbesondere bei Personen, die SGLT-2-Hemmer verwenden. Die CKM bietet zusätzliche Einblicke in den Stoffwechselstatus und ergänzt die CGM durch die Erfassung der Ketondynamik.
Beobachtungen aus der Praxis deuten darauf hin, dass die Kombination von Glukose- und Ketondaten Muster aufzeigen kann, die durch die isolierte Überwachung einzelner Parameter nicht erkennbar sind. Dieser integrierte Ansatz hat potenzielle Auswirkungen auf die frühzeitige Erkennung von Risiken und auf die Entwicklung individuellerer therapeutischer Strategien.
Wissenschaftliche Exzellenz und globale Kompetenz
Den Vorsitz des Symposiums hatten Prof. Lutz Heinemann (Deutschland) und Dr. Federico Bertuzzi (Italien), die beide für ihre Beiträge zur Diabetestechnologie und zur klinischen Praxis weithin anerkannt sind und die wissenschaftliche Leitung der Tagung übernahmen.
Auf dem Programm standen außerdem Vorträge von international anerkannten Expertinnen und Experten, darunter Dr. Talita Trevisan (Brasilien), die Einblicke in die Real-World-Evidenz der CGM gab, Dr. Hande Turan (Türkei), die über die Genauigkeit der CGM bei pädiatrischem Typ-1-Diabetes sprach, Dr. Ahmad Haidar (Kanada), der über die Anwendung der CKM bei Anwenderinnen und Anwendern von SGLT-2-Hemmern berichtete, und Dr. Wei Qiang (China), der KI-gestützte CGM-Ansätze der nächsten Generation vorstellte.
Diese Beiträge spiegeln eine multidisziplinäre Perspektive wider, die sowohl die klinische Forschung als auch Real-World-Evidenz und neue Technologien umfasst.
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